EINE POETISCHE GESTE AM FRIEDRICHSPLATZ

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Michael Maier’s STÖRENFRIED

in Bewegung

im Sprechen

im Atmen

im Schauen

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Erste VIDEO-Impressionen

(c) Michael Braunsteiner 2012

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UND

die ersten FOTOS der Poetischen Geste am Friedrichsplatz

30. Juni 2012

(c) Barbara Eisner-B. 2012

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KURZ VOR STÖRENFRIEDs AUFTRITT . (c) Barbara Eisner-B. 2012

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STÖRENFRIED NÄHERT SICH DEM MUSEUM FRIDERICIANUM . (c) Barbara Eisner-B. 2012

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STÖRENFRIED FACE TO FACE MUSEUM FRIDERICIANUM . (c) Barbara Eisner-B. 2012

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STÖRENFRIED SCHAUT

STÖRENFRIED SPRICHT, SIEHT UND SCHAUT . (c) Barbara Eisner-B. 2012

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STÖRENFRIED BESUCHT DIE KIRCHE SANKT ELISABETH . (c) Barbara Eisner-B. 2012

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METAMORPHOSE . (c) Barbara Eisner-B. 2012

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Multimediale Prozessdokumentation von Barbara Eisner-B. in Vorbereitung (Interviews, Essays, Fotografien, Videos, Gesprächsabläufe, Diskussionen etc.)

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MICHAEL MAIER . KELLERKIND . Foto: Barbara Eisner-B.

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MICHAEL MAIER UNTERNIMMT

KREUZZUG NACH KASSEL

 

Kampfstätte und Brennpunkt: Friedrichsplatz

Samstag 30. Juni 2012, ab 12.00 Uhr

 

STÖRENFRIED

bewegt sich, atmet sich und spricht sich

im Luft-, Boden- und Wahrnehmungsraum

Fridericianum_______ Kirche St. Elisabeth

Die Initialzündung, der Impuls für diese Kunst-Aktion und Intervention: die in den Medien verbreiteten Auszüge und Diskussionen inhaltlicher Aussagen, autoritäre Sager, Formulierungen sowie die Vorgehens-Form der documenta-Leitung im Rahmen des Kunst-Engagements der benachbarten Kirche St. Elisabeth mit ihrer Balkenhol-Ausstellung.

Auch in Österreich führen dazu kunstaffine Menschen und Institutionen Diskussionen. Vieles erscheint in diesem Zusammenhang unglaublich und erregte die Künstlerseele des österreichischen Bildhauers und Malers Michael Maier. Er verließ die Theorie und legte frei, konzentrierte und kristallisierte: eine Intervention mit Mitteln der Kunst für die Kunst. Stellvertretend für die Kunst genehmigt er sich selbst + bewusst, entsperrt sich, erlaubt sich Raum, gibt sich Ausgeherlaubnis, setzt den Blick frei, verbindet und würdigt. Ein Bekenntnis zur Dynamik, Bewegung und Lebendigkeit der Kunst.

Frei nach Michel Foucault: Freiheit ist immer wieder aufs Neue erfahrbar und erkämpfbar.

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Information zum Künstler (Links/Auswahl):

https://kreuzzugzukassel.wordpress.com/2012/06/27/michael-maier-kampfkunstler-kellerkind-kunstrechtler

http://www.khg-graz.at/cms/index.php?id=353

http://www.artepari.com/index_newsaktuell_4_n6__1_0_b145_.html

http://www.kulturservice.steiermark.at/cms/beitrag/11604881/25711218

http://www.castyourart.com/2008/05/14/020-michi-maier-witch-kitchen/

http://www.castyourart.com/2010/11/17/kunst-und-recht-michael-maier/

http://www.castyourart.com/2010/11/11/michael-maier-bilder-von-recht-und-gerechtigkeit/

http://vimeo.com/40809170

http://www.stiftadmont.at/deutsch/museum/museum/blindenkunst.php

Barbara Eisner-B. ǀ Multimediale Prozess-Dokumentation

+43 664 28 24 851 ǀ poesia_doku_mentale@yahoo.com

MICHAEL MAIER . Foto: M. Braunsteiner

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Michael Braunsteiner

MICHAEL MAIER

Kampfkünstler . Kellerkind . Kunstrechtler

Ein Erstkontakt mit Michael Maiers Kunst kann zu Irritationen führen. Sie spaltet die Geister. Notorische Kategorisierer scheitern bereits an den Ufern dieser schwer einordenbaren Kunst. Wer Modisches, Designtes, leicht zugängliche Schönheit und sich rasch erschließende Bedeutung braucht, ist bei diesen Werken ebenfalls fehl am Platze. Art Brut oder gar Naives darin zu vermuten, kommt dem Tappen in eine Falle gleich. Schnapp!!!

Michael Maiers Werke: Bilder. Skulpturen. Bildhafte Skulpturen. Skulpturale Bilder. Bilder in Bildern. Skulpturen in Skulpturen. Konkretes. Abstraktes. Malerei. Schrift. Text. Graffiti. PU-Schaum. Müll-Materialien. Fetzige Elektronik. Verzerrte Stimmen. Weltliteratur. Philosophie. Rechtsgeschichte. Religion. Intellektualität. Infantiles. Erinnerungen. Visionen. Verwerfungen an Inhalten öffentlichen und privaten Interesses.

Kunstgeschichte? Geschichte. Kunst. Literatur. Picasso. Schwitters. Dadaismus. Kubismus. Alte Fetzen, Sackreste, Wunden: Alberto Burri! Biografisches, Vaterzwist, Ausbildung versus Berufung: Gottfried Benn. Danach: Robert Rauschenberg; vielleicht. Streetart. Die junge Szene.

Erste Eindrücke? Nie fertig gestellte Rohbauten. Grobe Beton-Verschalungen. Aus Tür- und Fensterstöcken quellender PU-Schaum. Verlassene Nachkriegsarchitektur als Spielplatz Jugendlicher, die krasse Spuren ihrer Farbsprühorgien und wilder Glasscherbenfeste darin hinterlassen haben. Dazwischen immer wieder Bruchstücke auf ästhetischen Überlegungen basierender Malerei und inhaltsschwere Parolen; auch mal pure Poesie. Jedenfalls Anarchismus, Hausbesetzungen, um Rechte kämpfende Rechtlose, um ihre Existenz, ihr Recht ringende rechtlose Orte . . .

Diesen subversiven Werken begegnet man meist auch an seltsamen Orten: In Kellern. In aufgelassen Ställen, Geschäftslokalen und Firmenarealen. In Abbruchhäusern oder herunter gekommenen, leer stehenden Wohnungen. Mehr Werk- und Lagerstätten als Ateliers. Mehr Räume gegen Kunst als Räume für Kunst. Urkräften folgend, wächst sie in diesen Kerkern heran. Dort steht sie unter Hochdruck, ist sie gefangen, gefesselt – gewaltige Bündel an Energie in martialischen Ketten. Spiegelbild ihres Erschaffers. Prometheus? Diese Kunst quillt aus allen Poren. Fleischwolf. Faschiertes. Eiternde Wunde. Aufbrechendes Krebsgeschwür. Sie giert nach Befreiung, nach Leben, nach freiem Raum. In Galerien und Museen ist Maiers Kunst ebenfalls verortet. Egal, ob man sie lässt oder nicht: Dort kann sie gefährlich werden. Dort kann sie explodieren. Dort kann sie sich in ein Faszinosum verwandeln. Oder sie wird abgelehnt.

Jedoch: Maier ist ein Kellerkind. Ein Undergroundler? Sohn aus gutem Hause. Jurist mit Universätsabschluss. Quereinsteiger? Bis vor kurzem über zehn Jahre Parallelkünstler, manchmal wieder Springerkünstler aus innerer Notwendigkeit heraus. Einer, der in unserer Gesellschaft einen bequemen Weg gehen könnte. Ein darauf Verzichter immer wieder. Ein Hin- und Hergerissener. Ein Kunstbesessener. Ein Kampfkünstler. Nunmehr ein reiner Künstler, der sich ganz für die Kunst entschieden hat.

Michael Maier kämpft. Seine Kämpfe sind ehrlich, oft brutal. Unvermeidlich von Maiers typischem „Inter-esse“, einem Zustand ständigen spannungsvollen Dazwischen-Seins geprägt, bewegen sich seine Kämpfe immer auch auf humanistischem Boden. Sie werden mit einfachen Waffen geführt, Auge in Auge mit dem Gegner. Kämpfe mit sich selbst. Kämpfe mit den Normen der Gesellschaft. Kämpfe mit der Kunst, für die Kunst, für die Freiheit der Kunst. Niemals Kämpfe gegen die Kunst. Das merkt man ihr an, seiner Kunst. Darum geht es in ihr. Sie ist Ausdruck dieser seiner Kämpfe.

Juni 2012